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strandgut oder: die
legendäre letzte zigarette
In der Juli-Ausgabe gab es eine Sonderbeilage mit einer ausführlichen Liste aller Transformationsgeschichten. Den größten Teil davon kannte ich schon. Die einzigen Bücher, die noch interessant zu sein schienen, waren, wie sich herausstellte, seit Jahren vergriffen. Zum Thema Geschlechtswandel fand ich nichts, das auf meine Situation zutraf. Im Inhaltsverzeichnis der August-Ausgabe war ein Link zum Thema Self-Transformation.

- Was ist ein Mensch? fragte man sich dort, und die Antwort lautete:
- Ein Samenkorn.
- Ein Samenkorn?
- Eine Eichel, die keine Furcht davor hat, sich selbst zu zerstören, um ein Baum zu wer-den.

Grenzen, auch biologische, seien dazu da, überschritten zu werden, unsere derzeitigen Körper und Geister dazu allerdings ungeeignet und dies eine Folge unseres fortschrittsfeindlichen Kulturverständnisses. Unsere nostalgisch-humanitäre Weltsicht würde uns einfach nicht weiterbringen, ja sogar unsere Entwicklung aufhalten und den Fortbestand als Art auf diesem Planeten gefährden. Es sei höchste Zeit umzudenken und aktiv diesem Verfallsprozeß entgegen zu wirken.

Und so fand man hier Artikel wie etwa:

As Real As You And Me. On the unknown pleasures of real life as a comic character. By Nika Bertram.
Why Postmodernism sucks. Big time. Really. By Nika Bertram.
On Becoming Posthuman. By Max More.
Five Things You Can Do To Fight Entropy Now. By Romana Machado.
Drifting Identities. By Alexander Chislenko.
Immortality. By William S. Burroughs.

Unser aller Ziel, hieß es, müsse es sein, posthuman zu werden.

Natürlich, räumte der Verfasser ein, sei dazu nicht jede/r bereit. Von einem posthumanen Standpunkt aus betrachtet, sei das kein Problem. Wenn einige nicht mitmachen und ihnen folgen würden, dürften sie auch weiterhin gerne Menschen bleiben. Dies stehe jedem frei. Toleranz für Minderheiten sei schließlich selbstverständlich für höher entwickelte Lebensformen. Zum Schluß konnte man einen Fragebogen ausfüllen um herauszufinden, wie posthuman man selbst bereits sei. Ab 800 Punkten gab's eine Urkunde per E-Mail. Ich kam auf 798 Punkte, was mich nicht frustrierte, denn dieses Spiel war leicht zu durchschauen gewesen. Ich hatte nur simuliert, wollte nicht wirklich Mitglied dieses Clubs werden und hatte deswegen versucht, ein paar der Fragen bewußt falsch zu beantworten. Daß ich dennoch eine so hohe Punktzahl erreicht hatte, ließ mich sehr blaß werden.



Nika Bertram ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Links.

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zeichnungen: l.g.x. lillian mousli | code/texte: nika bertram | [credits & thx]

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